- Allgemeines
- Der Kauf eines Aras
Der Kauf eines Gelbbrustaras muß gut durchdacht und vorbereitet sein.
Dieses Haustier wird Sie ein Leben lang begleiten. Man spricht dabei von einem Alter von bis zu 80 Jahren. Daher ist es ratsam, bei der Anschaffung eine langfristige Haltung anzustreben.
Leider gibt es Halter, die nach ein paar Jahren den Reiz an den Vögeln verloren haben und diese wieder abgeben. So kommt es nicht selten vor, das Aras unter anderem mehrere Vorbesitzer hatten, was für einen so sensiblen Vogel natürlich katastrophal ist. Sie sollten nicht vergessen, daß Sie in der Verantwortung stehen und der Vogel keine Chance hat, sich seinen Lebensraum und Besitzer auszusuchen.
Des weiteren ist zu bedenken, daß solch eine Anschaffung und die langfristige Haltung mit enorm hohen Kosten verbunden ist. Darunter zählt die Anschaffung selbst, der Bau einer Außenvoliere mit Schutzhaus (+ Stromkosten), Spielzeug, das gerade in den Wintermonaten gegen die Langeweile gebraucht wird, Körnerfutter - insbesondere frisches Obst und Gemüse, was täglich gereicht wird. Dazu kommen noch hygienische Produkte, wie z.B. Desinfektionsmittel für die Reinigung des Schutzhauses, aber auch mit evtl. Arztkosten muß man rechnen.
Vor den Kauf sollte man das Gespräch mit Züchtern sowie Haltern suchen, um sich z.B. über Bestimmungen zu informieren, die je nach Bundesland variieren können. Weiterhin gibt es die Möglichkeit, neues in Fachzeitschriften über das Verhalten, der Haltung und Zucht zu erfahren.
Dazu kann ich folgende empfehlen:
Auch sollte man sich überlegen, ob es eine Handaufzucht oder Naturbrut sein soll. Ein großer Prozentsatz der Arabesitzer wünscht sich von Anfang an einen zahmen Ara (Handaufzucht). Wobei eine Handaufzucht auch negative Auswirkungen auf den Ara haben kann (Fehlprägung), was für den Laien nicht zu erkennen ist. In einem Gutachten im Jahr 1995 wurde die Fehlprägung bei Handaufzuchten beschrieben. Zu diesem Zeitpunkt betraf es ca 21% der untersuchten Vögel mit Beeinträchtigung des Sozialverhaltens. Für eine Handaufzucht spricht unter anderem die schnelle Eingewöhnungsphase in ein neues Umfeld und ist daher mit weniger Stress für den Vogel verbunden.
Bei einer Naturbrut hat man dagegen einen Mehraufwand, was die Eingewöhnungphase in einem neuen Zuhause und dem miteinander des neuen Besitzers betrifft.
So gibt es hier einige Punkte die man ansprechen könnte die für eine Handaufzucht / Naturbrut sprechen oder dagegen. Letztendlich ist zum größten Teil der Züchter für die richtige Prägung der Aras mit verantwortlich und um so schwerer ist es für den Käufer diesen zu finden.
Um den Wildbestand der Aras nicht weiter zu dezimieren, liegt es auf der Hand, sich für eine Nachzucht zu entscheiden. Wählen Sie auf keinen Fall einen Wildfang!
Alter des Gelbbrustaras beim Kauf:
Wenn man sich dazu entschlossen hat einen jungen Ara zu erwerben, sollte er mindestens das erste Lebensjahr erreicht haben. Mir ist natürlich klar, daß Züchter ihre Jungtiere nach problemlos selbstständigen fressen schnellstmöglich verkaufen wollen. Ihr Ziel ist es, die Folgekosten so gering wie möglich zu halten um höhere Gewinne zu erwirtschaften.
Ausgehend vom Freileben der Gelbbrustaras, verbleiben die Jungvögel noch ca. 15 Monate nach dem Ausfliegen bei ihren Eltern. Hier lernen sie wichtige Dinge die für das Überleben notwendig sind, aber auch das Sozialverhalten wird in dieser langen Zeit geprägt.
So ist es unverantwortlich, wenn Züchter ihre Jungvögel schon nach 4 Monaten zum Verkauf anbieten.
Das bedeutet:
Um eine Fehlprägung der Vögel zu vermeiden, ist es notwendig diese so früh wie möglich mit anderen Artgenossen zu sozialisieren, damit sie auch die Zeit zum Lernen haben. Das betrifft insbesondere handaufgezogene Aras, die niemals als Einzelvogel aufgezogen werden sollten. Das heißt, junge Aras möglichst immer mit anderen Jungaras aufziehen.
Es ist ein völlig falsches Handeln und Denken, wenn Ihnen ein 4 Monate junger Ara mit der Auskunft angeboten wird, daß er sich so besser an Sie als neuer Halter gewöhnt. Hier wird er nie ein richtiges Sozialverhalten aufbauen können und letztendlich später als Rupfer oder Schreier enden.
Wenn es möglich ist, schauen Sie sich die Anlagen des Züchters an, ob diese Ihnen zusagen. Hier kann man schon viel über die Haltungsbediengungen, das Verhalten und den Gesundheitszustand der Aras erfahren. Oftmals ist daran zu erkennen, ob es sich um einen seriösen Züchter handelt der sich mit viel Liebe um seine Pfleglinge kümmert, oder nur den Verkauf im Kopf hat.
Es gehört zu den Pflichten eines jeden Züchters, Kunden kompetent und umfassend zu beraten.
Beim Kauf sollte Ihr GB-Ara ca. das 1. Lebensjahr erreicht haben, mit anderen Artgenossen aufgewachsen sein (Sozialverhalten) und dementsprechend völlig entwöhnt sein und selbstständig fressen können.

